Markuspassion von Gottfried August Homilius

Aufführung

Sonntag 20. März 2016, 16.00 Uhr, Kollegiumskirche Brig

Vorverkauf ab Samstag 5. März 2016

«Theater La Poste» / Tel. 027 948 3311

Tourismusbüro Brig

Solisten

Maria C. Schmid, Sopran
Sylviane Bourban, Mezzosopran
Nik Kevin Koch, Tenor (Evangelist)
Äneas Humm, Bass (Christus)

Markuspassion

«Die Geschichte des Leidens und Sterbens unseres Heilandes Jesu Christi nach der Beschreibung des Evanglisten Marcus.» So übertitelte der Komponist Gottfried August Homilius seine Markuspassion. In der Tat beginnt die Musikwelt erst seit kurzem, die zu unrecht in Vergessenheit geratenen Werke von Homilius zu entdecken. Homilius war als Schüler von Johann Sebastian Bach fest mit dessen Werken und Musik verwurzelt. Gleichwohl hat er der Markuspassion, selbst wenn sie in der Tradition von Bach steht, seinen eigenen Stempel aufgesetzt. So hat denn Homilius die traditionelle Passion mit einfühlsamen Arien, ungewohnten Orchesterklängen und expressiven Turba-Chören in seine Zeit übersetzt.

Wer sich die Markuspassion von Gottfried August Homilius anhört, wird schnell an die Passionen Johann Sebastian Bachs erinnert. Evangelienbericht, Choräle, Volkschöre und Arien kommen hier wie dort vor. Auch stilistisch gibt es viele Gemeinsamkeiten. Und dennoch gehört die um 1768 entstandene Homilius-Passion des bedeutenden Dresdener Kreuzkantors einer neueren Zeit an. Der schlichtere Tonfall der Rezitative und die liedhaften Arien künden vom Zeitalter der Empfindsamkeit. Eine Überraschung bietet der Schlusschor der Markuspassion, der nicht in der Trauer verbleibt, sondern von der Versöhnung mit Gott kündet und einen ungewohnt freudigen Ton anschlägt.

Gottfried August Homilius (1714-1785)

Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal als Sohn eines Pastors geboren. Er studierte Jura an der Universität in Leipzig wo er bereits musikalisch aktiv war und den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider (ein Schüler Johann Sebastian Bachs) zeitweise vertrat. Nach einer erfolglosen Bewerbung auf eine Organistenstelle in Bautzen erhielt Homilius 1742 eine Anstellung als Organist an der Dresdner Frauenkirche. 1755 trat er schliesslich die Nachfolge Theodor Christlieb Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 inne hatte.

Homilius hat überwiegend Kirchenmusik komponiert und hinterliess eine umfangreiche Sammlung von mehr als 10 Passionen, je ein Oratorium zu Weihnachten und zu Ostern, über 60 Motetten, 180 Kirchenkantaten, 4 Magnifikat, Choräle, Präludien und Choralvorspiele.

Die Kompositionen von Homilius waren zu ihrer Zeit sehr beliebt und ausserordentlich verbreitet. Schon zu seinen Lebzeiten schrieb J. F. Reichardt, Homilius sei «jetzt wohl ausgemacht der beste Kirchenkomponist». Wenige Jahre nach Homilius’ Tod kam der Lexikograph Ernst Ludwig Gerber zu der Einschätzung: «Er war ohne Widerrede unser grösster Kirchenkomponist».

Leitung

Norbert Carlen