«Requiem» (Luigi Cherubini)
«Stabat Mater» (Renato Pacozzi)

Aufführung

  • Sonntag 1. April 2012, 16.00 Uhr, Wallfahrtskirche Glis

Vorverkauf: ZAP Brig ab 17. März 2012

Solistin

Beatrice Ruchti, Sopran

Beatrice Ruchti wurde in Thun geboren, wo sie heute lebt. Sie absolvierte ihr Musik- und Gesangsstudium bei Glenys Linos in Zürich und London sowie bei Dennis Hall, Bern und schloss mit dem Lehrdiplom ab. Am Konservatorium Fribourg bildete sie sich bei Antoinette Faes weiter und erwarb im Juni 2006 ihr Solistendiplom mit Auszeichnung.

1997 Bühnendebüt als Euridice in Glucks Oper Orfeo ed Euridice am Gran Teatro Guaìra Curitìba (Brasilien). Später wurde sie als Cupido in Offenbachs Orpheus in der Unterwelt ans Stadttheater Bern verpflichtet (2001/02). In der Spielzeit 2002/03 interpretierte sie an der Opéra Fribourg die Rolle der Lauretta in Puccinis Oper Gianni Schicchi unter der Leitung von Laurent Gendre.

weiter lesen

Requiem in c-Moll von Luigi Cherubini

Das Requiem in c-Moll wurde zur berühmtesten Komposition Cherubinis und erklang auch bei Beethovens Totenmesse, da er Cherubini sehr schätzte. Schumann bezeichnete das Werk in seiner Gattung als unerreicht. Komponiert wurde das Werk im Auftrag König Ludwigs des XVIII. Die Uraufführung des Requiems in c-Moll fand am 21. Januar 1817 zum Jahrestag der Hinrichtung Ludwigs XVI. statt.

Cherubini verzichtet in seiner Vertonung der Totenmesse auf Solostimmen. Das Requiem bestreiten ein vierstimmiger gemischter Chor und ein «klassisches» Orchester. Besonders auffällig ist ein Tamtam, das nur zu Beginn des «Dies irae» mit einem einzigen erschreckenden Fortissimo-Schlag zum Einsatz kommt. Mit diesem Klangeffekt erreicht Cherubini, dass der folgende leise Einsatz der Streicher umso gespenstischer wirkt, ebenso wie der darauf folgende fahle Einsatz der Gesangsstimmen.

Das Requiem wirkt insgesamt sehr düster und schwermütig und besticht durch seine grosse, formale Geschlossenheit und den souveränen Einsatz unterschiedlichster musikalischer Formen. Es verfügt über homophone Abschnitte («Introitus»), ebenso wie aufwändige Fugen («Quam olim Abrahae promisisti» im Offertorium) und einen Kanon («Dies irae»). Dramatische Abschnitte wechseln mit lyrischen Passagen, und mit seiner Harmonik zeigt sich Cherubini auf der Höhe seiner Zeit.

Stabat Mater von Renato Pacozzi

Der 1930 geborene Briger Renato Pacozzi schrieb schon während seiner Studentenzeit am Kollegium Brig erste Marschmusikkompositionen. Später arbeitete er als Musikverlagsleiter in Mailand oder als langjähriger Kurdirektor von Leukerbad und als Direktor der Schweizerischen Verkehrszentrale in Rom. Nie allerdings liess ihn die Liebe zur Musik los. 1984 zogen er und seine Ehefrau Eliane nach Siders, und dort konnte sich Renato Pacozzi endlich ohne äussere Zwänge seinem künstlerischen Schaffen widmen.

«Stabat mater» ist ein halbstündiges Werk für grosses Orchester und Gesang, behandelt die Schmerzen Christi Mutter in musikalischer Form. Ein Werk, modern und lyrisch zugleich, das auch gewagte Tonballungen enthält. Das Drama der Kreuzigung wird künstlerisch-musikalisch dargestellt, ist Gebet und Schmerz, Verzweiflung, aber auch Hoffnung in einem. Die entsprechende Schweizer Erstaufführung fand 1987 in Brig mit dem Radio-Sinfonieorchester Basel statt.

Leitung

Norbert Carlen (Gesamtleitung)
Paul Locher (Orchester)